Die ersten Erfahrungen mit den neuen Studiengängen zeigen positive Aspekte, aber auch, dass erheblicher Nachbesserungsbedarf besteht. Dies betrifft vor allem:
- Unklarheit der Bedeutung der Abschlüsse für den Arbeitsmarkt. Bachelor und Master werden für geisteswissenschaftliche, naturwissenschaftliche und technische Studiengänge vergeben. Die Ingenieurausbildung ist nicht mehr direkt erkennbar.
- Der TU-Bachelor wird in der Industrie vielfach als nicht sinnvoll angesehen. Das Qualifikationsniveau des Dipl.-Ing. wird erst nach Abschluss eines Masterstudienganges erreicht.
- Der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudiengang ist für die Studierenden nicht transparent und führt zu Verzögerungen im Studienablauf.
- Der akademische Grad „Diplom-Ingenieur“ („Dipl.-Ing.“) muss als Markenzeichen deutscher Ingenieurausbildung in der Produktionstechnik erhalten bleiben. Dies kann auch im zweistufigen Studiensystem erreicht werden, indem bei erfolgreichem Abschluss eines Masterstudienganges der Titel „Dipl.-Ing.“ vergeben wird.
- Der Dipl.-Ing. als Ergebnis eines Masterstudienganges ist Regelabschluss für die Vertiefung Produktionstechnik an den technischen Universitäten. Der Bachelor-Abschluss dient als Drehscheibe zum Wechsel zwischen Universitäten, national wie international. Um dies den Studierenden zu ermöglichen, sind einfache Regelungen für konsekutive Studiengänge notwendig. Auch Joint Degree Programme nach internationalem Vorbild, bei denen die Studierenden sich gleichzeitig für Bachelor- und Masterstudiengang einschreiben, können erlaubt werden.

